Analoge Fotografie 23

[gone] DPhotografie
6 years ago
Hallo zusammen,

nachdem ich mir das m42 Helios 44-2 zugelegt und an meiner Sony a7r genutzt habe, haben noch 2 weitere m42 Objektive den Weg in meine Sammlung gefunden.
Da die analoge Fotografie nun nahezu gänzlich (abgesehen von Polaroids oder uralt Einwegkameras) vorbei ging, wird das Thema nun doch interessant.
Dementsprechend möchte ich das Pferd einmal von der anderen Seite aus aufzäumen.

Mich interessiert nun, mit welcher Kamera würde ich Spaß haben und mich in Bezug auf die analoge Fotografie ausprobieren können.

Nach ein wenig Recherche bin ich auf folgende 3 Kameras gestoßen:

* Porst reflex C TL Super
* Praktika MTL 5(0)
* Pentax Spotmatic F

In der Bucht bekommt man diese teilweise hinterher geworfen, allerdings bin ich mir nicht sicher ob ich mir dann zB einfach nur nutzlosen Schrott ins Haus hole.

Dementsprechen 2 Fragen:
1. Welche Kamera würdet ihr empfehlen? (Muss natürlich nicht eine der 3 sein wenn ihr noch andere Vorschläge hättet)
2. Wie kann ich sicherstellen (Ich wollte demnächst einen Abstecher auf einen Flohmarkt machen) das die Kamera in einem guten/funktionalen Zustand ist?


Vielen Dank im voraus :)
6 years ago
Lomo instant square Pigalle
oder ähnliches billiger:
Fujifilm instax SQ6
Macht viel Spaß, bringt anderen viel Freude (wenn man ihnen ein Sofortbild schenkt) und ist ziemlich analog :-)
Die Porst Reflex ist wahrscheinlich eine Export-/Hausmarkenversion der Praktica, wurde dann aber ebenso in Dresden bei Pentacon gefertigt (gilt auch für Revue/Quelle).
Von der Praktica gab es noch viel mehr Versionen, z.B. Super-TL 2, LTL 3, PLC und VLC 2 oder 3. Auch in Japan wurden für das M42-Schraubgewinde Kameras von Mamiya, Ricoh, Chinon, Yashica und eben auch Asahi Pentax hergestellt. Ab Mitte der 70er Jahre entwickelten diese aber auch Bajonette, wie Nikon, Miranda, Olympus, Minolta und Canon schon zuvor.
Diese Kameras sind aber oft auch auf Flohmärkten, Kamerabörsen oder in der Gebrauchtecke beim Fotohändler zu bekommen. Teste die Verschlußzeiten auf Sichtprüfung, also lange 1/8 und kurze 1/500.
Rückspulkurbel, Filmklappe auf Lichtdichtheit der Gummis/Filze und ggfs. die TTL-Innenmessung prüfen sowie Prisma und Spiegel - Schnittbild oder Mikroprismenfokussierung.
[gone] User_6449
6 years ago
Für Analogfotografie verwende ich Nikon Kameras der F Serie (FM, FE, F3), weil
Nikon nie das Objektivbajonenett verändert hat. Alle Objektive mit Blendenring
seit 1958 lassen sich daher verwenden, auch die mit Autofokus.

Die gibt es relativ preisgünstig und sie sind mechanisch trotz des Alters sehr
zuverlässig. Massenhaft Angebote für Kameras, Objektive und Zubehör zu
kleinen Preisen auf Ebay.

Worauf man achten muss sind die Lichtdichtungen für den Gehäusedeckel und
das Gummi für den Spiegelanschlag. Die lösen sich nach den vielen Jahren auf,
aber es gibt Ersatzdichtungen, die man mit etwas Geschick selbst auswechseln
kann.
[gone] schallkoerper fotografie
6 years ago
ich habe nicht wirklich was beizutragen, fotografiere seit bald 2 Jahren wieder analog, mit ner Mamiya C33...also nicht wirklich wonach Du guckst.

aber mal die Frage: was macht die erwähnten Kameras für Dich interessant ?
#6
6 years ago
Früher war ich ausschließlich mit Minolta X und Dynax unterwegs. Bin mir jetzt nicht sicher, inwiefern deine Alpha noch mit Minolta Gläsern funktioniert, aber das wäre dann ein Ansatzpunkt. Ansonsten gleiche Meinung wie Peter Herhold, Nikon auf Grund des Bajonetts. Aktuell habe ich hier FE, F3 und F90X ... da macht man nichts verkehrt.
6 years ago
ich fotografiere mit einer Canon A-1 und 2 Kiev, 1x Kiev 60 und Kiev 88(Arax)
Hab auch noch 2 Yashica's und eine Olympus analog.
Am meisten Spass hab ich mit den Mittelformat Kameras da ich die SW Filme auch selber entwickle, was wirklich einfach ist.
Nur muss man halt etwas Ahnung von Fotografie haben wenn man ohne Hilfsmittel in der Kamera
losgeht. Ist halt nicht so einfach wie mit der Digitalen, aber der Spass überwiegt ungemein.
Mit was Du Spass haben könntest, keine Ahnung.
6 years ago
Die Praktika MTL5 ist eine fast ideale Einstiegskamera, einer meiner absoluten Lieblinge weil so schlicht, resolut und unkaputtbar. Für alle, denen die Preise für eine Pentax K1000 (DIE Schulkamera) in der Bucht zu hoch sind. Dazu das Pentacon 50mm 1.8 und nix geht schief.

Für M42 habe ich ansonsten eine Porst Compact Reflex sehr ins Herz geschlossen, die ist für diese Objektive jetzt mein eigentlicher Favorit, da kleiner und kompakter als die Praktica und fast noch einfacher in der Bedienung.

Ansonsten, die erwähnte Pentax K1000, noch lieber da in Handtaschengröße die MX oder ME, mit dem Preis/Leistungssieger, dem Pentax SMC 50 1.7. Pentax hat wie M42 den Vorteil daß es Unmengen an günstigen Drittanbieterobjektiven gibt, teilweise hinterhergeschmissen (Revuenon).

Ansonsten sind noch die alten Fujicas sehr schicke und günstige Kameras, entweder in M42 (z.B. ST801) oder mit Fujica X Anschluss (nicht kompatibel mit dem heutigen Fuji X), z.B. die AX-Reihe, gab es auch gerebrandet von Porst und mit Porst-Objektiven, da ist es die CR-Reihe.

Canon und Nikon lasse ich außen vor schlicht weil die Gebrauchtpreise zu hoch sind, und außerdem, Canikon hat ja jeder, und die damalige Konkurrenz ist doch viel interessanter.

Zuletzt noch Mittelformat, Kiev 60, meine Portraitkamera (alles auf meiner Sedcard im Quadrat). Zuverlässiger als die ähnliche Pentacon Six. Uns auch alte Faltkameras kriegt man oft günstig, und das im riesigen 6x9 Format. Brauchen Übung, aber macht Spaß.
[gone] User_6449
6 years ago
Wenn es eine Kamera mit M42 Anschluss sein soll (weil es dafür viele preiswerte
Objektive gibt) ist dieser Artikel auf Wikipedia ganz interessant zur Information:

https://de.wikipedia.org/wiki/M42_(Objektivanschluss)

Denn das M42 Gewinde ist zwar gleich, aber die Hersteller hatten Unterschiede
in der Übertragung der Blende auf den Belichtungsmesser. Die Objektive lassen
sich zwar meistens dranschrauben, jedoch funktioniert das dann nur noch mit
Arbeitsblendenmessung. Das ist recht umständlich und gewöhnungsbedürftig.

Und:

Man sollte auch darauf achten, welche Batterien für den Belichtungsmesser
verwendet werden. Viele alte Kameras verwenden nicht die heute üblichen
1,50 Volt Knopfzellen, sondern 1,35 Volt Quecksilberoxyd, die mittlerweile
verboten sind. Dafür braucht man dann Adapter, bzw. muss umbauen oder
die relativ teuren Ersatzzellen kaufen.

Manche alten M42 Kameras bekommt man zwar fast geschenkt, aber oft hat
die Sache eben auch solche Haken und sie sind nicht umsonst so billig ... :-)
6 years ago
Richtige Anmerkung Peter, und ich habe auch unproblematische Kameras in meinem Beitrag gelistet, die mit LR44 oder vergleichbar günstigen und leicht zu beschaffenden Batterien laufen. Gerade Belichtungsmessung und Blende sind auch zwei Hauptpunkte der beiden M42er, die ich bei den genannten Modellen sehr schätze. Praktica hat den Abblend-/Messhebel in einer ergonomisch sehr guten Position, da gewöhnt man sich schnell dran, und bei der Porst ist die Belichtungsmessung wie bei modernen Kameras durch halbes durchdrücken des Auslösers gelöst.
Die Fujica 801 beispielsweise habe ich sebst nicht, habe sie aber anstatt meiner ST701 genannt da letztere das bekannte Batterie-Problem hat, ansonsten wäre sie Anwärter auf Lieblings-M42. Sie läuft zwar super mit Hörgerätebatterien im Gummimantel, aber die allzeit erhältlichen und länger haltbaren LR44 sind natürlich klar vorzuziehen.
6 years ago
Meine Lieblingskamera ist eine Mamiya 645 pro TL. Sie hat viele Eigenschaften einer Kleinbildkamera aber eben ein deutlich größeres Negativ. Wenn es Kleinbild sein soll geht für mich nichts über meine EOS3. Hier ist die Möglichkeit mein EF70-200/2.8 zu nutzen und die geringeren Filmkosten der größte Vorteil...
Mein persönlicher Liebling ist das Zenza Bronica SQ Mittelformat-System (6*6). Vorzugsweise die SQ-A Modelle nehmen, weil an die leicht abgespeckte SQ-B Variante nicht alles Zubehör des Systems angeschlossen werden kann.

War damals meine Alternative zum Hasselblad 500er System, weil es einfach günstiger war.
[gone] User_6449
6 years ago
Zitat: Casa de Chrisso ...

Die Fujica 801 beispielsweise habe ich sebst nicht, habe sie aber anstatt meiner ST701 genannt da letztere das bekannte Batterie-Problem hat, ansonsten wäre sie Anwärter auf Lieblings-M42.

Die Fujica 801 habe ich. Die hat eine handelsübliche 3,00 Volt Batterie und
ist auch sonst ganz gut (heller Sucher, Leuchtdiodenanzeige, Einspiegelung
von Zeit und Blende usw.). Kann man also als günstige Einsteigerkamera in
die Analogfotografie nehmen.

Man muss nur auf den Verschluss achten, denn der ist noch ganz altmodisch
aus Tuch und nicht aus Metall. Der Verschleiß spielt da eine größere Rolle ...
6 years ago
Die MTL5 war meine allererste Kamera. Habe sie meinem Vater abgeluchst und später weitere Geräte und Objektive der Serie gekauft.
Sie hat mich nie im Stich gelassen. Lediglich die Dichtungen der Rückwand musste ich mal erneuern. Zwischendurch tat es aber auch schwarzes Isolierband.
Mir hat irgendwann leider der Winderanschluss gefehlt. Außerdem würde ich nach heutigem Stand nicht mehr auf eine Zeitautomatik verzichten wollen. Doch das ist ja eindeutig Geschmackssache.
Ich bin danach auf die Olympus OM-4ti umgestiegen. Es gibt wirklich großartige Optiken (etwa ein 2,0/90er Macro), die Geräte sind sehr robust und technisch wirklich durchdacht! Abgesehen davon sind die Geräte vergleichsweise sehr kompakt und leicht. Deshalb konnte ich mich nie davon trennen.
6 years ago
Eigentlich wollt ich nicht ernsthaft auf Analog umsteigen, aber ... vielleicht kauf ich irgendwann ne nagelneue analoge Fuji Instax. Als Ergänzung zu ordentlichen Digitalkameras.
[gone] DPhotografie
6 years ago
Vielen lieben Dank an all die Antworten.
Wie ihr richtig erkannt habt, möchte ich in die analoge Fotografie einsteigen und das nutzen, was ich bereits habe. Aus diesem Grund kommen für mich keine Mittelformatkameras, oder Kameras mit anderem Bajonett in Frage - hier ist mein Fehler bezogen auf die unspezifische Frage 1 aus dem Ursprungs-Post :)

Hier sind viele "neue" Kameramodelle erwähnt worden, die ich nun erst einmal genauer unter die Lupe nehmen werden :)

Vielen Dank euch Allen.
[gone] User_6449
6 years ago
Naja ..., neu sind die genannten Kleinbildkameras nicht
unbedingt, eher 30 bis 40 Jahre alt. Es kommt nur darauf
an, wie viel man für den ersten Einstieg in die analoge
Fotografie ausgeben möchte.

Wie hoch ist Dein Budget?
6 years ago
Da muss ich erst mal blöffen, denn mich hat die analoge Fotografie mit vollem Gewicht gepackt: 4.2 kg...

Heut' Nacht habe ich mit der Ausrüstung mein erstes Lomo geschossen:


Doch zurück zum Fred: leider schreibst Du nicht, welche M42 Objektive Du noch hast...
Wenn es einfachere Linsen sind, empfehle ich doch den Umstieg auf Bajonet zur Minolta.
Die SRT 101 ist immer noch preiswert in der Bucht zu haben und zusammen mit dem 1:1,7 ergeben sich wirkliche schöne Bilder:

Dies ist Original aus dem 70ern mit der Minolta aufgenommen.
Ich hatte damals eine Praktika und habe dann für ein paar Wochen die SRT 101 von einem Freund geliehen bekommen... da habe ich echt Augen gemacht, krasser Unterschied...
Arbeite heute noch mit div. Minoltas und nutze ohne Probleme die LR44-Batterien.

OK, wenn Du (für den Anfang) auf M42 bestehst empfehle ich Dir die Spotmatic.
Ich habe zwar eine, aber habe den Belichtungsmesser / Batterie noch nicht ausprobiert.

Na denn "Gut Licht"
-ekk-
@ EKK ART
Was war denn der krasse Unterschied zwischen der Minolta SR-T 101 und der Praktica ... der laute klackende Spiegel und Auslösegeräusch des Metallamellenverschlusses ... oder war das noch die ältere "fünfeckige" Praktica B / nova mit dem Tuchverschluß ? Die späteren "rechteckigen" 2er und 3er Baureihen mit Metallamellenverschluß habe ich als problemlos und zuverlässig in Erinnerung. Unfug war nur der Wabenbelichtungsmesser, also wählt man entweder ein TTL-Innenmessungsmodell oder man nimmt einfach das batterielose Basismodell (wobei alle Schraubprakticas bis auf die PLC-2/3 auch ohne Batterie vollmechanisch funktionieren, also alle Verschlußzeiten und Blenden). Klar gilt dies auch für die SR-T 101 oder 303 , die sind beide ebenso super langlebig ... und das Rokkor 1.2/58 ist auch digital ein erstklassiges Sahnestück ! Aus Dresden kam aber auch ein Leckerli ... die VLC mit Lichtschachtsucher.

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